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Montag, 15. März 2010, 07:21

F1 Rennen in Bahrein, Zusammenfassung

Formel 1 in Bahrein
Am Ende der Prozession feiert Ferrari
Von Anno Hecker, Manama


14. März 2010 Das tut weh. 34 Runden lang führte Sebastian Vettel das erste Formel-1-Rennen der Saison an. Er kontrollierte die Sause in Bahrain in seinem Red Bull, hielt die gesamte Elite mit einer perfekten fahrerischen Vorstellung auf Abstand. Und dann kam er mit dem Motorroller zurück ins Ziel. Als Vierter, geschlagen vom Ferrari-Duo mit Fernando Alonso an der Spitze vor Felipe Massa und dem McLaren-Piloten Lewis Hamilton.

„Es gibt schönere Momente“, sagte Vettel eine halbe Stunde nach dem Ende der Premiere 2010 und lächelte leicht gequält. „Ich hatte plötzlich einen Leistungsabfall. Vielleicht war es der Auspuff“, fügte der Deutsche hinzu, holte tief Luft und atmete lange aus, bevor er wieder Tempo aufnahm: „Am Ende habe mich mit Kampf wenigstens noch Rang vier geschafft. Ich konnte die Kiste auf den Geraden nicht mehr fliegen lassen.“ Die Mercedes-Fraktion, Nico Rosberg und Michael Schumacher, vermochte es nicht mehr, den angeschlagenen Landsmann einzuholen. „Rang fünf ist ok“, sagte Rosberg, „die Basis des Autos ist in Ordnung.“ Der siebenmalige Weltmeister wirkte als Sechster zufrieden und vom Rennen sogar gut unterhalten: „Ich hatte viel Spaß.“



Niemand wusste, welches Auto halten würde
Die Formel 1 macht selten, was man von ihr erwartet. Meistens das Gegenteil. Es kam nicht zu der erwarteten Karambolage in der ersten Kurve. Und nicht zu vielen der ersehnten Duelle Rad an Rad. Alonso schoss beim Start außen an Massa vorbei hinter Vettel auf Rang zwei. Schumacher folgte auf der gleichen Bahn und ließ den leicht blockierten Mark Webber im Red Bull hinter sich: Sechster hinter Massa (3.), Rosberg und Hamilton. Vollkontakt nahmen nur die Hinterbänkler auf. Weshalb sich Adrian Sutil um die Frucht seiner Arbeit gebracht sah. Von Rang zehn aus hatte er im Force India mit einer gewagten Strategie die versammelten Weltmeister narren wollen. Ein Kick von hinten drehte ihn aus dem Feld. Als 23. begann er seine Aufholjagd, als Zwölfter kam er ins Ziel.

Trotz der folgenden Prozession blieb die Spannung. Weil niemand wusste, wer sein Tempo halten konnte in der brütenden Hitze, bei 35 Grad Celsius Lufttemperatur: Würden die Reifen, die Motoren, Ferrari hatte am Morgen vorsichtshalber neue eingebaut, und auch die Nerven in der Hitzeschlacht halten? Von den drei neuen Teams zockelten nicht mal zur Hälfte des Rennens nur noch die beiden Lotus-Boliden über die Piste der Sakhir-Wüste, überrundet mit sieben Sekunden Rückstand - pro Runde. Das HRT-Team, am Freitag erstmals auf die Piste gerollt, verabschiedete sich etwas früher als der Rennstall von Timo Glock. Ein Getriebeschaden in der 18. von 49 Runden beendete seinen ersten Auftritt mit dem neuen Team Virgin. Insgesamt blieben neun Autos stehen. Die hohe Ausfallquote war vorherzusehen.

Überragendes Tempo, anfällige Technik im Red Bull
Nicht aber das überragende Tempo von Vettel an der Spitze. Schon sein Sprint auf die Pole-Position hatte die versammelte Elite am Samstag überrascht. Die Renner von Red Bull gehörten während der Testphase im Februar zwar immer wieder zu den Schnellsten, lagen aber auch in der Pannenstatistik weit vorne. Pünktlich zur Premiere anno 2010 schien das Auto wie am Schnürchen zu laufen. Aber nach der ersten Boxenstopp-Arie schwankten die Rundenzeiten des Hessen wie ein Barometer zwischen Wüsten- und Regenwaldeinsatz. Mal lag er eine Sekunde unter der Ferrari-Zeit, dann wieder eine darüber. „Ich habe alles versucht, ich bin auf der Geraden hin und hergezackt, um noch etwas verändern zu können“, schilderte Vettel sein Unglück zur Mitte des Rennens.

Vergeblich. Die Schwankungen mündeten in einen dauernden Rückfall. Minute um Minute kam Ferrari näher, im Doppelpack, Alonso gefolgt von Massa. 34. Runde: Gelassen schauten die Mechaniker in der Scuderia-Box, was sich auf der Piste tat. Erst zog Alonso locker an Vettel vorbei, dann Massa. Der 22 Jahre alte WM-Kandidat hatte nicht den Hauch einer Chance: Fahrer stark, Auto schnell, aber anfällig. Nach dem Boliden ließ auch der junge Deutsche Dampf ab. Denn Ferrari wäre leicht zu schlagen gewesen, wenn die „Kiste“ gehalten hätte. „Es ist schon frustrierend, wenn man den Sieg schon in der Hand hat“, sagte Christian Horner, Teamchef von Red Bull.

Eine Sekunde Rückstand für Mercedes - pro Runde
Für alle anderen waren die Roten im Königreich außer Reichweite. Hamilton schob sich zwar noch an Vettel, dessen Rundenzeiten um zwei, drei Sekunden stiegen, vorbei. Und die Silberpfeil-Piloten kamen Vettel bedrohlich nahe. Aber die Zeitabstände verdeutlichen, welche Sprünge beide Teams noch vor sich haben, wenn sie ihren Ansprüchen gerecht werden wollen. McLaren im Zeittraining und Mercedes im Dauerlauf.

Etwa eine Sekunde betrug der Rückstand der Deutschen pro Runde: „Wir müssen jetzt rangehen und arbeiten. Wir können kein neues Auto bauen, aber im Windkanal doch noch einiges arbeiten und alles optimieren“, sagte Schumacher. „Wir sind in der Entwicklung stark“, fügte Rosberg hinzu. Im ersten Grand Prix des Jahres kreisten die Silberpfeil-Piloten mehr um sich selbst, als um die Konkurrenz. Rosberg entschied den ersten öffentlichen Vergleich für sich, vom ersten Training bis zur letzten Runde. „Das liegt an vielen Dingen“, sagte der siebenmalige Champion, „unter anderem auch an mir.“

Schumacher vor Button
Der Rhythmus fehlt ihm noch über eine Runde, das Feintuning von Mensch und Maschine. Und wohl auch das Vertrauen, mit seinem Renner ans Limit gehen zu können. Besonders im neuen Innenteil der Strecke, einem langsamen, kurvigen Abschnitt, suchte Schumacher seine Linie, musste öfter als Rosberg korrigieren. Das kostete viel Zeit. Offenbar ist die Balance des Mercedes nicht so, wie sie sich Schumacher wünscht. Der Renner untersteuert, schiebt über die Vorderräder. „Es ist mir noch nicht möglich, das rauszuholen, was drin steckt.“ Am Sonntag reichte es immer hin, einen hinter sich zu halten, der 2009 noch ganz vorne war. Jenson Button, den Weltmeister.

Fahrer-Wertung nach 1 von 19 Rennen:
1. Fernando Alonso 25
2. Felipe Massa 18
3. Lewis Hamilton 15
4. Sebastian Vettel 12
5. Nico Rosberg 10
6. Michael Schumacher 8
7. Jenson Button 6
8. Mark Webber 4
9. Vitantonio Liuzzi 2
10. Rubens Barrichello 1

Team-Wertung nach 1 von 19 Rennen:
1. Ferrari 43
2. McLaren-Mercedes 21
3. Mercedes 18
4. Red Bull 16
5. Force India 2
6. Williams 1

Nächstes Rennen: GP von Australien am 28. März in Melbourne


Quelle FAZ.NET

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